Nicht nur Peter Alexander sagt beim Abschied leiste Servus sondern auch der große Reformator des deutschen Fußballs. Jürgen Klinsmann wurde nach knapp 10 Monaten Trainer Engagement beim FC Bayern München heute entlassen. Er darf also seine Koffer packen und zurück ins sonnige Los Angeles.
Garkein schlechter Zeitpunkt, wenn man bedenkt das L.A. heute Runde zwei in den NBA Playoffs erreichen wird. Klinsmann sich dann gepflegt im Staples Center die zweite Runde gegen Denver ansehen und warscheinlich den Einzug ins Confrence Finale bejubeln. Aber das nur am Rande…
Als Klinsmann vor eben jenen 302 Tagen sein Amt antrat, sprach er damals – und auch noch oft danach im Laufe der Saison – von Dominanz auf dem Platz und davon, jeden Spieler jeden Tag ein bisschen besser machen zu wollen.
Was er davon nach einer Saison erreicht hat, soll jeder selbst entscheiden. Die Pressekonferenz zur Entlassung heute, war jedenfalls sehr unterhaltsam. Da waren sie also wieder das dynamischen Duo, Rummenigge und Hoeneß allein mit dem Finanzvorstand des FC Bayern München. Vorallem Hoeneß genoss die Situation, endlich wieder als alleiniger Wortführer für das aktive Geschäft, vor der Werbewand mit den Sponsoren des Clubs sitzen zu können.
Er Fühlte sich so wohl, dass er gefühlte 10 Miunuten lang über vergangenes “performte” und in jedem zweiten Satz erwähnen musste, dass “Don” Jupp tatsächlich erst gestern Abend kontaktiert wurde. So war er natürlich beim Heimspiel gegen Schalke auch nur ganz zufällig im Stadion, er sei halt “ein Fußball Fan und wir telefonieren alle zw… sechs bis acht Wochen. Dieses Wochenende war er dann zufällig in der Stadt…”, ja ne is klar Ulli
.
Klinsmann sei sockiert gewesen, als man ihm die Entscheidung mitgeteilt hatte. Die Verantwortlichen waren aber auch nach dem 0:2 der Wolfsburger “fest entschlossen, es diesmal wirklich durchzuziehen” und den Trainer zu beurlauben. Man hofft nun, dass die Spieler vom Alibi des Trainers befreit sind und erwarten von Jupp Heynckes nun Schwung für die letzten 5 Bundesligapartien.
Für die Meisterschaft muss man bekanntlich auf dem ersten Platz der Tabelle stehen, dass der FC Bayern diese Saison noch nie am Ende eines Spieltages ganz oben stand, war Uli Hoeneß nicht müßig zu beonten. Das dies vorallem an den Spielern gelegen haben könnte, vergaß er dann doch glatt im Eifer des Gefechts zu erwähnen…
Das man mit den Oddo’s, Lells, Breno’s und Ottl’s dieser Welt keinen Blumentopf gewinnen kann, gegen Clubs wie Barcelona, scheint unterdessen für niemanden beim FC Bayern ersichtlich.
Wie dem auch sei, die Ära Klinsmann geht zu Ende wie sie begann, mit einem ARD Brennpunkt. Nicht mal die Vorstellung eines neuen Bundestrainer bekommt solch eine “Ehre” der 15-25 Minuten zur absoluten Primetime. Dort sah man heute ein Gesicht, dass selbst der geneigte Fußballkenner dort nicht erwartet hatte. Gerd’ Delling moderierte, was man soweit noch erwarten konnte. Mit ihm im Studio stand aber kein Paul Breitner, kein Günther Netzer sonder Helmut Markwort. Helmut wer? Helmut Markwort ist Mrs. “Fakten Fakten Fakten und an die Leser denken!”. Der Chef und Herausgeber des Focus. Er ist einer der 8 Aufsichtsratmitglieder des FC Bayern München.
Der Mann der die Bild Zeitung in Deutschland’s Magazinwelt hervorbringt steht also dort am Pult und äußert sich zum Fußball. Er äußert sich nicht allgemein, nein, sondern zeigt klare Defizite in Klinsmanns im Training auf, die er und die anderen sieben Weisen des Aufsichtsrats entdeckt haben wollen.
Er selbst erweckt nicht den Anschein als würde er Regelmäßig das Leder treten. Warscheinlich würde er es nicht mal unter sich sehen, wenn es ihm am Fuß liegen würde. Er Philosphiert davon, dass Klinsmann zu wenig mit dem Ball hat trainieren lassen und überhaupt, die andern Aufsichtsratmitglieder waren auch davon überzeut das Klinsamnn es nicht mehr schaffen konnte.
Wenn solche leute, Eintscheidungskompetenz in sportlichen Fragen haben beim Vorzeigeclub Deutschland’s, dann wird auch ein Arsen Wenger den Karren nicht mehr aus dem Dreck ziehen können!
Viel interessanter wäre es doch gewesen, wenn man Ulli Hoeneß für den ARD Brennpunkt ins Studio bekommen hätte. Egal wie man zu ihm steht, ist eines der Sprachrohre im deutschen Fußball dem man gern, und aufmerksam zuhört. Mit ihm hätte man erst das Top-Thema Klinsmann abhandeln können und dann nahtlos zum zweiten Top-Thema des Tages über gehen können. Schweine-Grippe!
Denn auch zum Thema Schwein, hätte Würstchen Ulli sicher einiges zu erzählen gehabt…
