h1

Quo Vadis Dallas Mavericks?

Mai 3, 2010

Die Confrence Halbfinals laufen bereits, aber es ist noch nicht zu spät auf die erste Runde der Playoffs 2010 zurück zu blicken.

Dallas Mavericks straucheln erneut – Nowitzki vor dem Absprung?

Für deutsche Fans bleibt da vorallem eins hängen, wieder kein Titel für Dirk Nowitzki und seine Dallas Mavericks. Nach den Finals 2006 und der Rekord-Regular Season 2007, die mit dem “Ausrutscher” gegen die Golden State Warriors jäh endete, kam der Trade der Jason Kidd nach Dallas brachte und im Gegenzug Devin Harris nach New Jersy sendete. Ergebnis: erste Runde 2008, zweite Runde 2009 und in diesem Jahr wieder das Erstrundenaus. Insgesamt konnten die Mavericks, seit dem Jason Kidd an der Seite von Dirk Nowitzki steht, nur sieben Playoff Siege verbuchen – viel zu wenig!

Das größte Missmatch in der Serie gegen die San Antonio Spurs, offenbarte sich in diesem Jahr allerdings nicht auf dem Feld, sondern vielmehr auf dem Trainerstuhl der Dallas Mavericks. So verstand es Coach Carlisle nicht, seine Mannschaft richtig einzustellen und die nötigen Änderungen vorzunehmen, die man im laufe einer Best-of-Seven Serie braucht, um bestehen zu können. Zugegeben, die Mannschaft war nach der großen Veränderung zu Trade-Deadline (mit Butler und Haywood kamen zwei neue Starter nach Texas) sicher noch nicht zu hundert Prozent eingespielt. Dennoch ließ Carlisle jegliches Konzept bei seiner Minutenverteilung vermissen.

So bekam beispielsweise Erick Dampier in Spiel fünf ein DNP(did not Play) um dann in Spiel sechs wieder als Starter aufzulaufen. Über die gesamte Serie sah Dampier durchschnittlich genau soviel Spielzeit, wie der deutlich beweglichere Brendan Haywood und das obwohl Dampier, in seinen fünf Spielen in der Serie keinen einzigen Feldwurf versenken konnte. Dazu kam die Fragwürdige Entscheidung, Rookie Rodrigue Beaubois bis zum sechsten Spiel praktisch garnicht einzusetzen. Einem Jason Terry(37% Feldwurfquote) – der in den Playoffs wie gewohnt schwach aufspielte, gab Carlisle hingegen noch knapp 30 Minuten pro Spiel. Man könnte noch eine Reihe von weiteren Fehlern aufzählen, das würde allerdings zu weit führen.

Als abschließenden fragwürdigen Fakt sollte man allerdings erwähnen, dass der Francise Spieler (Dirk Nowitzki) der Mavericks über die gesamte Serie hervorragende 54/57/95%  Wurfquoten aufzuweisen hatte, jedoch  in nur 3 von 6 Spielen mehr als 20 Würfe aus dem Feld bekam. In Spiel vier der Serie sogar weniger als Jason Terry – ein Armutszeugnis für das Offensivkonzept des Trainers.

Was wird also passieren in Dallas?

Vermutlich nicht viel. Besitzer Mark Cuban kündigte an Coach Rick Carlisle nicht entlassen zu wollen. In der Offseason könnte Dirk Nowitzki aus seinem Vergtrag aussteigen, dass deutschsprachige Medienecho wurde nicht müde darauf auch in den letzten Tagen immer wieder hinzuweisen. Dieses Szenario ist allerdings für äußerst unwahrscheinlich zu erachten. Dallas hat ein gutes Team, sowie  im Sommer die Möglichkeit mit dem Vertrag von Erick Dampier, einen Free Agent per Sign-and-Trade  mit maximal Gehalt nach Dallas zu locken. Der Vertrag von Erick Dampier ist in der nächsten Saison ungarantiert, dass heißt ein Team das mit Dallas einen Spielertausch vornimmt, hat die Möglichkeit auf einen Schlag 13 Millionen (in einem Packet aus Cash + weiteren Spielern sogar noch mehr) an Gehältern einzusparen. Doch die Liste an Spielern die bisher Interesse bekundet haben – oder vielmehr nicht ausdrücklich gesagt haben sie möchten nicht in Dallas spielen (lies: Chris Bosh) – ist nicht sehr groß. Sondiert man diese Liste nach Spielern die ein Team-Need erfüllen, wird es schnell noch übersichtlicher.

Um es doch etwas ausführlicher zu beschreiben, die Mavericks haben mit Nowitzki und Butler zwei der Top 5 Spieler, wenn es darum geht Würfe aus der Halbdistanz zu nehmen. Nowitzki’s Offensivspiel findet wenig im Low Post statt, Butler hat zwar die Atheletik zum Korb zu ziehen, verlässt sich aber gerne auf seinen zugegeben sicheren Sprungwurf. Was den Mavericks hingegen fehlt sind Punkte in Korbnähe. Sei es durch einen offensivstarken Center, der am Brett mehr als nur Putback Dunks und Offensivrebounds in einfache Punkte ummünzt (wenns es wenigsten schon das wäre…). Oder aber einen schnellen athletischen Guard, der durch penetrieren in die Zone entweder leichte Punkte erzielt, oder aber Lücken in die Verteidigung reißt, die von den durchaus vorhandenen Schützen im Kader, genutzt werden können. So ein Packet könnte ein Roddy Beaubois liefern, ob er das allerdings noch in Nowitzkis Prime konstant abrufen kann(lies. in den nächsten zwei Jahren), darf bezweifelt werden.

Spieler die solche Kriterien erfüllen, sind auch im großen Free Agent Sommer 2010 nicht leicht zu finden. Namen die man auf jeden fall im Auge behalten sollte, sind Joe Johnson der Free Agent wird und bisher immer vorallem dem dicksten Vertrag hinterher gereist war. Den würde er vermutlich bei Mark Cuban bekommen. Ebenfalls ein Kandidat wäre Al Jefferson, PF/C der Minnesota Timberwolves. Die haben mit Kevin Love einen jüngeren günstigeren Spieler in ihren Reihen, der schon jetzt ähnliche Leistungen wie Jefferson abliefert. Was man in Minnesota allerdings mit Capspace anfangen kann, bleibt die unbeantwortete Frage.  Denn für Free Agents ist das (arsch) kalte Wisconsin, höchstens so interessant wie Griechenland als Kreditnehmer für eine Bank

Wie in den letzten Jahren, erwartet man große Veränderungen in der Offseason in Dallas. Passiert ist während der Sommerpause oftmals eher weniger – den Marion Trade in diesem Jahr ausgenommen. Nowitzki wird seine Option um aus dem Vertrag auszusteigen maximal ziehen, um vor den Tarifverhandlungen der Liga im Jahr 2011, noch einen “Rentenvertrag” bei den Mavericks abzuschließen. Er liebt die Stadt, die Stadt liebt ihn. Er und Cuban haben in Dallas etwas einzigartiges aufgebaut, auch ohne den entgültigen Lohn durch die Meisterschaft zu erfahren. Das Fenster in dem Nowitzki als absoluter Francise Spieler in Dallas die Meisterschaft holen kann, wird kleiner, es ist aber bei weitem nocht nicht geschlossen. Und wenn ein General Manager in der NBA verrückt genug ist, um einen weiteren Trade-Coup einzufädeln, der das entscheidende Puzzleteil an die Seite von Nowitzki stellt, um die Meisterschaft zu holen, dann ist es Mark Cuban.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Log Out / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Log Out / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Log Out / Ändern )

Verbinde mit %s

Follow

Get every new post delivered to your Inbox.